Arte


über die Kunst von Cesare Marcotto

Marcottos Malerei ist heute geprägt von einem visionären Anteil, dessen Vielfältigkeit das “Informale“ seiner Frühwerke übersteigt, um zu einer immer reineren und freieren Abstraktion zu gelangen, die den Betrachter zu ergreifen und durch die Wucht der Eindrücke mitzureißen vermag. Diese Gemälde setzen eine unbändige Kraft frei und zugleich eine unerwartete Zärtlichkeit, zwei Gemütszustände, die sich dank seltener Form- und Farbkonstellationen finden. Die von Marcotto auf großflächiger Leinwand angewandte Technik des Wurfs der Farben ist im Verlauf seiner über dreißigjährigen Tätigkeit als Künstler verfeinert worden und bildet die Grundlage für seine abstrakten Bilder. Dynamisch eingesetzte und eine besondere plastische und kompositorische Wirkung aufweisende Pinselstriche ergänzen den Wurf der Farben in seinen kleinformatigen Bildern.

In der Malerei auf Glas, die Marcotto mit der von ihm entworfenen Technik des Werfens von Farben (Schütttechnik) erstmals im Frühjahr 2010 in den Glasstudios Derix in Wiesbaden realisierte, fügen sich zwei neue natürliche Elemente hinzu, Transparenz und Licht, die im harmonisierenden, farbenreichen Werk integriert werden und die Resonanz der Farbe auf prächtige Weise verstärken.

Marcottos bildhauerische Arbeiten haben zum Teil eine figürliche Wirkungsweise, wobei auch sie wie in der Malerei abstrakte Energie äußerst großer Komplexität sichtbar machen. Die vom Künstler gewählte Ausdrucksform setzt sich aus Strukturen und Geflechten zusammen, in denen ungestüme Kraft und Zartheit zusammentreffen und auf unerwartete Weise Ausgeglichenheit und Harmonie schaffen. Die in den Epen der antiken Mythologie Anregung findenden Inhalte erzählen von zusammengefügten, ineinander verflochtenen Körpern oder Formen die zerrinnend in andere Körper oder Formen übergehen. Die Technik besteht aus einer akribischen, auf die kleinste Einzelheit eingehenden Modellierung mit anschließendem Bronzeguss im Wachsausschmelzverfahren. Die Sockel der Bronzeskulpturen sind aus Holz, Ton, Granit oder Beton gefertigt und sollen nicht als Zubehör verstanden werden. Sie sind in Symbiose zum Kunstwerk gehauen oder geformt worden und bilden zusammen mit der Skulptur eine einzige, vollendete und kohärente Form.

Marcotto präsentierte seine Kunst in zahlreichen Ausstellungen, unter anderem im Pfalztheater Kaiserslautern (Das Drama in der Farbe, 1992), in der Galerie Zulauf in Freinsheim (Marcotto Malerei – Berrocal Bildhauerei, 1994), im Institut für Italienische Kultur in Hamburg (1995), im Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm (1996), im Institut für Italienische Kultur in München (1997), in der Galerie Vinizki in München (1998), in der Ehemaligen Synagoge in Weisenheim am Berg (Sonnenspuren, 2000), im Kulturzentrum Vinningen (Frieden als …, 2003), im Hambacher Schloss (Frieden als …, 2005), im Kahnweilerhaus in Rockenhausen (Spannungsharmonien, 2006), im Brünner Stadttheater (Wand, 2006), im Kulturzentrum Content 18 in Mannheim (Trotz allem Frieden, 2007), in Stadtgalerie von Otterndorf (Wassergeometrien, 2009), im Deutschen Schuhmuseum Hauenstein (Wasserfragmente, 2009), in der Galerie Bernhard Schwanitz in Würzburg (Poesia Marcotto, 2010), in der Galerie artelier 21 in Rheinzabern (Geometrie des Wassers, 2011), in der Villa Böhm in Neustadt an der Weinstraße (Sinnlichkeit des Abstrakten, 2015), im Institut für Deutsche Sprache in Mannheim (Wort – Wandlung – Frieden, 2015) und in der Rathausgalerie von Hirschberg (Die Natur erzählt - Die Farbe ist, 2017). Marcottos Werke sind in privaten wie in öffentlichen Sammlungen in Deutschland und Italien zu finden, unter anderem im Edwin Scharff Haus Museum in Neu-Ulm, im Kultusministerium Rheinland-Pfalz in Mainz, im Verlagshaus Vallecchi per l’Arte in Florenz, in den Päpstlichen Sammlungen des Vatikan in Rom und in der Sammlung des Landespräsidiums in Karlsruhe.